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die überlebenskünstlerin brennnessel

manche dinge muss man wissen (bzw. sie für möglich halten), damit man sie sehen kann. so z.b. auch bei den winterwildkräutern wie der brennnessel. denn wenn man oberflächlich schaut sieht man nur eine menge abgestorbener, halb zersetzter (danke für's aufräumen, lieber pilz!) alter brennnesselruten. ganz nah an der erde wächst sie aber auch im winter weiter.

worum es geht, ist, in verbindung zu gehen mit dem was wirklich um uns herum ist. ohne beurteilung und bewertung mit neugierde unsere um-welt (irgendwie sehr interessant, das ausgerechnet dieses super simple wort für die bewegung zu mehr achtsamkeit mit unseren lebensgrundlagen gewählt wurde) zu erfahren. daher reicht es an einem wintertag oft aus, einfach nur ein einzelnes blatt zu essen. dieser kontakt, diese verbindung, macht spürbar lebendiger und bringt uns ins jetzt. viel mehr zu ernten macht - zumindest nach meinem gefühl - bei der brennnessel, die im winter nur extrem reduziert, dafür aber auch sehr komprimiert wächst, keinen sinn.

pflanzen haben ein unfassbar großes repertoire an überlebensstrategien. faszinierend finde ich bei der brennnessel:

- das zusammen gekuschelte wachstum im winter
- die brennhaare
- die winzig angelegten seitentriebe, die richtig anfangen zu wachsen, sobald ein lebewesen oben die frische spitze weg geknabbert/ weg gepflückt hat
- die starken wurzeln mit dem geschützten wachstum und vermehrung unter der erde sowie die fülle an samen.

wenn man das blatt richtig von unten pflückt - wunderbare achtsamkeitsübung(!) - und vorsichtig in den fingern zerreibt, kann man es direkt essen. der geschmack ist toll und erfrischend! außerdem eignet sich die ganze pflanze zum trocknen. falls du das im herbst verpasst hast, kannst du im bioladen brennnesseltee nachkaufen. denn auch als tee kann die starke brennnessel noch einen teil ihrer wirkkraft entfalten.

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